In was für einem Irrenhaus wir wirklich arbeiten, merkt man doch erst, wenn man eine Weile nicht da war.
Nach außen scheint alles ganz normal, alle putzen und sind mehr oder weniger gut gelaunt, doch schaut man einmal hinter die Kulissen, so möchte man vermutlich am liebsten ganz schnell wieder weg.
Betritt man den Flur, so wird man von Misstönen der unterschiedlichsten Arten begrüßt, der Eine singt türkische Melodien vor sich hin, die Andere singt lauthalts die Charts rauf und runter und aus dem einen oder anderen Zimmer hört man leise Flüche, wie zum Beispiel "Jakob, hau der Nadja mal in die Fresse!".
Wagt man sich weiter vor, so stößt man zuallererst auf Zimmer 19, vorrausgesetzt man ist im zweiten Stock und das setzen wir hier einmal voraus. In Zimmer 19 finden wir nun also den ersteren der beiden Sänger in trauter Unterhaltung mit dem robust und recht gefährlich wirkenden Ex-und-immer-mal-wieder-Knasti, der zur Abwechslung nach 2000 Sozialstunden und mehreren Gefängnisaufenthalten hier nur 80 Stunden abzuleisten hat.
In Zimmer 20, also eine Tür weiter, stößt man auf ein unscheinbar wirkendes Mädchen, um die 15 Jahre alt, Pferdeschwanz, eifrig und doch eher weniger erflolgreich am Fensterputzen, doch auch hier unterliegt man einer Täuschung: Die süße Kleine leistet auch nur Stunden ab und kommt aus dem Frauenknast. Man sieht also, wir sind umgeben von gemeingefährlichen Verbrechern und minder guten Sängern.
Doch es kommt noch härter. Geht man weiter den Gang hinunter, dringt einem unweigerlich ein streng nach Schwimmbad riechender Duft in die Nase, der einen direkt in die Großraumduschen führt, wo die zweite Sängerin mit Spray versucht, den seit Jahren vorhandenen Schimmel in letzter Sekunde vor dem TÜV-Prüfer zu verstecken und sich dabei selbst besprüht. So weit, so gut, doch wartet man einige Minuten, werden plötzlich tausende kleiner, pinker Spritzer auf dem sonst dreckigblauen Shirt sichtbar und die aufgeregte Sängerin fragt jeden, der ihr über den Weg läuft, ob ihr selten schöner BH auch wirklich nicht abbekommen hat.
Gegenüber der Duschräume befindet sich Zimmer 21, es wird nicht direkt sichtbar, was hier falsch läuft, doch betritt man erstmal den kleinen, gefließten Raum, der als Bad dient, wird einem Schreckliches gewahr: Auf dem Boden in der Dusche kniet ein dürres Mädchen im viel zu großen Jugendherbergspulli (den es natürlich nicht in S gibt und in M nur, wenn man schnell genug ist) und schrubbt verzweifelt, nur mithilfe einer Zahnbürste und eines Eimers gefüllt mit kaltem, dreckigen Wasser, die Schamhaare aus den letzten Ritzen der anscheinend seit Jahren nicht gründlich gereinigten Duschen.
Und nach solch einem Tag hat man keineswegs nach Schichtende seine Ruhe, nein, wenn man Pech hat, so wie das Mädchen mit der Zahnbürste, arbeitet man länger, schließlich kann man den Termin mit dem Prüfer ja nicht verschieben und eine vorausschauendere Planung war wohl nicht möglich, und hat man dann die Arbeit doch hinter sich, so wird in "gemütlicher Runde" zusammengesessen.
Heißt: Man wird von den Blitzen der Kamera von unserer übereifrigen Sängerin gequält und darf sich danach auch noch die überaus ungelungenen Bilder anschauen. Doch dem ist noch nicht genug, nein, neben den gewohnt flachen Witzen diverser Festangestellter dringt einem auch allzu oft das hysterische und unmenschliche Lachen der Sängerin nicht nur ins Ohr, sondern bohrt sich geradezu in jedermanns Gehirn.
Wie gut tut es doch, nach solch einem Tag in wirklich kleiner und gemütlicher Runde zusammenzusitzen, bei einem Döner oder welchem Essen auch immer, und sich über die wirklich wichtigen Dinge zu unterhalten. Zum Beispiel warum es praktischer ist, einen Döner mit der Gabel zu essen.
Achtung: Die hier geposteten Inhalte entsprechen in keinster Weise den Meinungen der Autoren, sondern stellen eine groteske Verzerrung der Wirklichkeit zur Belustigung der Leser dar.
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2 Kommentare:
strudis artikelz are so full of win
jäi thatz tru Jakub
Ne mal ehrlich, kompliment: Ich hatte die Ehre um diese Uhrzeit herzlich zu lachen!^^
Ich danke<3
Zu dem Beschriebenen nur soviel..: Naja, ich war halt den Tag über nur in der Küche^^ War klar dass es oben im Irrenhaus endet :P
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